Gedichte,  Lyrik,  Poesie

Christenleben

Herr, oh Jesus! Oh, das klingt
des Morgens frisch wie lieblich Tau,
Dein Wort mir an die Ohren dringt
und flüsternd ich mich langsam trau,
zu Dir zu reden, ehrfurchtsvoll
die Finger ineinander fassen
und Buße mich erwecken soll,
mich dadurch zu Dir treiben lassen.

Herr, wie schön sind Deine Worte
doch ist des Tages Zeit recht lang,
dass ich verzag oft jener Orte
Deines Wegs, für die ich rang
täglich neu mit Deiner Kraft
mit Deiner Liebe mir’s gelingt,
hab’s dann doch noch spät geschafft,
dass mich der Heil’ge Geist umringt.

Herr, wie schön sind Deine Rufe,
die mich als Deinen Knecht ermahnen,
auf dass ich nicht der Welt entschliefe,
bevor ich könnte sie erahnen,
wie sie mir bringen Heil und Segen,
wie ich mich danach richten mag,
und ich mich kann des Abends legen
in Deines Friedens Schoß vom Tag.