JesulobDe Beitragsbild Poesie - Das Jahr des Lebens - Lebenszeit
Gedichte

Das Jahr des Lebens – Lebenszeit

… als Teil des Doppelgedichts „Das Jahr des Lebens“
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Winter

Es ist kalt in jener Nacht;
hat Blumen mit dem Eis gemacht,
wo am Glas der Fensterscheiben
Sonnenstrahlen zu mir treiben
bunte Fünkchen vieler Zahl.

Schnee liegt hoch dort auf dem Feld
und Sträucher bilden kleine Hügel
Futter auf den Boden fällt,
wo Vögel schlagen ihre Flügel
und Spuren sich im Schnee verliern.

Einer dieser Lustgesellen
sitzt am Fenster, schaut herein,
piepst einmal in seiner hellen
Stimme in den Raum hinein,
um gleich mit allen wegzufliegen.

Frühling

Der Schnee schmilzt langsam auf dem Dach
als Tropfen fällt er auf die Erde,
und grüne Spitzen liegen flach,
dass wieder Neues daraus werde,
im Garten der Geselligkeit.

Der Bach vorm Haus vom Eis erlöst,
das Plätschern dringt in jedes Ohr,
das Licht der Sonne hats entblöst;
Blüten sprießen nun hervor,
die Kälte ist gegangen.

Im Garten sich die Vögel necken,
sie sind so voller Lebensgeist,
sie toben über alle Hecken;
der Sommer sie willkommen heißt;
es riecht nach vollem Leben.

Sommer

Gewitter ziehen übers Land
und starker Regen prasst hernieder,
der Bach sich füllt rasch übern Rand,
wie es jetzt strömt, zieht es herüber,
bis aller Garten angefüllt.

Im Wasser sieht man Blumen stehn,
Blütenblätter schwimmen fort,
die Wolken schon von dannen ziehn,
bald findet sich ein trockner Hort,
der Sommersonne sei gedankt.

Gefüllt das Holz mit frischem Grün,
die Bienen, Hummeln fliegen,
ein Meer von tausend Schönchen blühn,
das Obst dann alle Äste biegen
bis Zeit der kühlen Nächte.

Herbst

Die Zeit ist reif, dass Blumen schwinden,
Blätter fallen unentwegt,
Wiesen werden weiß von Winden,
Natur wird kalt von Reif belegt;
und es wird leise in der Flur.

Der Himmel spiegelt sich in Pfützen.
Obst im Garten färbt sich braun,
es stehn am Zaun gebrochne Stützen,
doch dieses Jahr wird keiner baun,
dem Zaun den Halt zu geben.

Die Dunkelheit kam heut im Nu,
kein Holz mehr da aus nahem Wald,
der erste Schnee deckt Spuren zu
am nächsten Morgens wars so kalt,
doch blieb die Fensterscheibe klar.