JesulobDe Beitragsbild Poesie - Das Jahr des Lebens
Gedichte

Das Jahr des Lebens

Doppelgedicht „Lebenszeit & Glaubenszeit“

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Lebenszeit
Glaubenszeit
Winter
Es ist kalt in jener Nacht;
hat Blumen mit dem Eis gemacht,
wo am Glas der Fensterscheiben
Sonnenstrahlen zu mir treiben
bunte Fünkchen vieler Zahl.
Aus des Leibes Schutz genommen,
entließ mich meiner Mutter Schoß,
bin ich in diese Welt gekommen
mit ersten Zügen Atemstoß,
mein Sein hier zu bekunden.
Schnee liegt hoch dort auf dem Feld
und Sträucher bilden kleine Hügel
Futter auf den Boden fällt,
wo Vögel schlagen ihre Flügel
und Spuren sich im Schnee verliern.
Als meine Augen sich dem Raum
langsam öffnen wird es hell,
ergreife gleich der Mutter Saum
ein erstes Mal, ich trinke schnell,
das Leben zu beginnen.
Einer dieser Lustgesellen
sitzt am Fenster, schaut herein,
piepst einmal in seiner hellen
Stimme in den Raum hinein,
um gleich mit allen wegzufliegen.
Ich fühle ihre Zärtlichkeit,
und unsre Lächeln sich berührn,
wir sehn uns an für lange Zeit,
kann die starke Wärme spürn;
und alles wird zu Träumen.
Frühling
Der Schnee schmilzt langsam auf dem Dach
als Tropfen fällt er auf die Erde,
und grüne Spitzen liegen flach,
dass wieder Neues daraus werde,
im Garten der Geselligkeit.
Der Vater ruft mich zu sich hin,
ich dreh mich um und gehe,
er kam, als ich im Fallen bin
und hielt mich fest, ich stehe
bei ihm umarmt, geküsst.
Der Bach vorm Haus vom Eis erlöst,
das Plätschern dringt in jedes Ohr,
das Licht der Sonne hats entblöst;
Blüten sprießen nun hervor,
die Kälte ist gegangen.
Es gab noch so viel zu entdecken
und gern sprach er mit mir darüber,
so wie das „Ding“ mit vielen Ecken,
das ich sah, wenn er vornüber
zu mir gebeugt mir Schutz verhieß.
Im Garten sich die Vögel necken,
sie sind so voller Lebensgeist,
sie toben über alle Hecken;
der Sommer sie willkommen heißt;
es riecht nach vollem Leben
Er wurde der, den ich am Morgen
als erstes sah, wenn ich erwacht,
und abends nach des Tages Sorgen,
hat mir die Ruh zurückgebracht,
damit ich dieses Leben steh.
Sommer
Gewitter ziehen übers Land
und starker Regen prasst hernieder,
der Bach sich füllt rasch übern Rand,
wie es jetzt strömt, zieht es herüber,
bis aller Garten angefüllt.
Die Zeit des Lesenlernens kam,
mein Vater mir die Bibel gab,
ich las vom Kreuz, das Jesus nahm
und warum Er dort für uns starb;
dass sich mein Leben ändert.
Im Wasser sieht man Blumen stehn,
Blütenblätter schwimmen fort,
die Wolken schon von dannen ziehn,
bald findet sich ein trockner Hort,
der Sommersonne sei gedankt.
Es wird geschehn, dass ich Ihn sehe,
mich deshalb freu von heute an,
und lausch dem Geist, bis ich verstehe,
was einzig nur mein Ziel sein kann,
Ihm wirklich nachzufolgen.
Gefüllt das Holz mit frischem Grün,
die Bienen, Hummeln fliegen,
ein Meer von tausend Schönchen blühn,
das Obst dann alle Äste biegen
bis Zeit der kühlen Nächte.
Er ist mein Fels, die Zuversicht,
und täglich kommt noch Kraft hinzu,
wo Dunkel war ist jetzt das Licht,
Erkenntnis bringt das Herz zur Ruh,
wie wunderbar der Glaube.
Herbst
Die Zeit ist reif, dass Blumen schwinden,
Blätter fallen unentwegt,
Wiesen werden weiß von Winden,
Natur wird kalt von Reif belegt;
und es wird leise in der Flur.
Gott ist bei mir für alle Zeit,
grad wenn ich wieder mal verzage,
will bei mir sein und ist bereit
für meinen Herbst der Erdentage;
deckt mich mit Seiner Liebe zu.
Der Himmel spiegelt sich in Pfützen.
Obst im Garten färbt sich braun,
es stehn am Zaun gebrochne Stützen,
doch dieses Jahr wird keiner baun,
dem Zaun den Halt zu geben.
Dann hör ich keine Lieder mehr,
doch in der Gnade aufgehoben,
erfreu ich mich der Hoffnung sehr,
und werd Ihn immer dafür loben,
den Herrn Jesus, meinen Gott.
Die Dunkelheit kam heut im Nu,
kein Holz mehr da aus nahem Wald,
der erste Schnee deckt Spuren zu
am nächsten Morgens wars so kalt,
doch blieb die Fensterscheibe klar.
Die Gebete werden leiser,
aber Er kann es verstehn,
ich werde niemals wirklich weiser,
so weiß ich doch zu ihm zu gehn,
um Gott allein zu preisen.