JesulobDe Beitragsbild Poesie - Herr des Lichts
Gedichte

Herr des Lichts

Die Seele liegt mir schwer am Tag,
des Nachts raubt sie mir meine Ruh,
dass ich mich jeden Morgen frag:
deckt mich mein Glaube wirklich zu,
offenbart sich Gott in mir?;
den Sünden nach dem Fall geweiht,
verdank Ihm doch mein Leben hier
in dieser Welt für kurze Zeit.

Kann Er dann zürnen und mich schlagen,
wie ich es fühl, der Vater tut?
Muss ich es jeden Morgen wagen;
verlass mich nicht mein einzig Mut,
den ich find in Seinem Sohn
und stets verlier durch Satans List;
was ist es nun, was kann ich schon,
was nicht des Trostes Erbe ist.

Sind’s denn Zweifel an dem Wort;
ist’s Eifer, der sich selbst verzehrt;
bringt mich Erkenntnis an den Ort,
der mich ins Gegenteil verkehrt?
Ist’s Glaube der am Glauben fehlt;
ist’s Hoffnung ohne festen Grund;
bin ich’s allein, der sich so quält
von Anbeginn zu jeder Stund?

Ich muss bald gehen, fühl den Geist,
der mir als Trost gegeben ist,
und mir den Trug von Schuld zerreißt;
hab ich Ihn heut schon sehr vermisst,
und schließ die Augen, Ihn zu sehn,
als Licht mich küsst im Morgenrot,
um endlich mit Ihm fortzugehn
von dem Grau’n des Fleisches Not.

Bin ich geborgen in den Armen
meines Herrn, dem Jesus Christ,
wird Er sich über mich erbarmen,
so wie es mir verheißen ist;
wird dann Sein Kreuz mir zu den Stufen,
die mich führen aus dem Nichts,
kann ich vor Dankbarkeit nur rufen:
ich preise Dich, o Herr des Lichts.